Wir können es uns einfach machen.
Menschen einordnen.
Farben zuweisen.
Konzepte anwenden.
Du bist im Mai geboren.
Also blau.
Du bist eher introvertiert.
Also zurückhaltend.
Du bist klar in deiner Arbeit
Also minimalistisch.
Es gibt viele Systeme
Gene Keys.
Human Design.
Numerologie.
Archetypen.
Farbwelten.
Sie beschreiben.
Sie öffnen.
Sie geben Sprache.
Und oft auch ein erstes Gefühl von Stimmigkeit.
Sie geben Orientierung
Es ist nachvollziehbar,
sich darin wiederzufinden.
Sich einzuordnen.
Sich zu erkennen in etwas, das bereits da ist.
Das gibt Halt.
Eine Richtung.
Eine Form von Sicherheit.
Und doch bleibt etwas offen
Und doch bleibt oft
ein leiser Rest.
Dass es nicht ganz stimmt.
Es lässt sich nicht zuweisen
Denn das,
was dich ausmacht,
lässt sich nicht zuweisen.
Nicht über ein Datum.
Nicht über ein Tor.
Nicht über eine Zahl.
Nicht über eine Farbe.
Es ist zuviel
In meiner Arbeit sehe ich genau diesen Moment.
Menschen, die viel wissen.
Die sich intensiv mit sich beschäftigt haben. Die Systeme kennen.
Und trotzdem nicht dort ankommen,
wo es ruhig wird. Wo es trägt.
Nicht, weil etwas fehlt
Nicht, weil ihnen etwas fehlt
Sondern weil es zu viel ist.
Zu viele Deutungen.
Zu viele Möglichkeiten.
Zu viele Bilder davon,
wie es sein könnte.
Es braucht etwas anderes
Was dann fehlt,
ist nicht noch ein System.
Nicht noch eine Einordnung.
Nicht noch eine Erklärung.
Eine Verdichtung
Der Moment,
in dem alles Überflüssige
wegfällt.
In dem nicht mehr gefragt wird:
Was passt zu mir?
Sondern: Was ist da?
Systeme entscheiden nicht
Systeme können dabei helfen.
Sie können etwas sichtbar machen.
Etwas anstoßen.
Aber sie treffen nicht die Entscheidung.
Was am Ende bleibt
Am Ende bleibt nicht das Modell.
Nicht die Methode.
Nicht die Vorlage.
Sondern etwas, das sich nicht mehr erklären muss.
Eine Essenz
Eine Haltung.
Eine Form.
Eine Essenz.
Und genau deshalb
funktionieren Vorlagen nur begrenzt.
Sie können ein Anfang sein.
Eine Richtung.
Ein Rahmen.
Aber nicht die Antwort!
Sie können nicht ersetzen,
was nur einmal existiert.
Dich.
Und das,
wofür du stehst.
— Katarina Marević Schmieder